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Der Blog zu meiner Auswanderung in die Schweiz

Schlagwort: Makler

#12: Wohnungsbesichtigungen zum Zweiten

Da mir nur noch gut 2 Wochen bis zum Arbeits-Antritt verbleiben und die Auswahl an möblierten Wohnungen sehr beschränkt ist, habe ich mich für eine Planänderung entschieden: Ich miete eine unmöblierte Wohnung und richte diese nach und nach ein.

Für das vergangene Wochenende habe ich dann vier Termine zu Wohnungsbesichtigungen arrangiert. Von den Wohnungen waren dann auch 3 unmöbliert.

Über meine Hotelcard konnte ich keine passenden Hotels finden, so dass ich eine Unterkunft über airbnb gebucht habe. Lustigerweise ist die Mieterin gerade dabei auszuziehen  und so wurde mir kurzer Hand diese Wohnung auch noch angeboten.

Nun zu den Wohnungsbesichtigungen:

  1. airbnb-Unterkunft in Balsthal
    Die Unterkunft war nett, mehr aber auch nicht. Erfreulich fand ich die Kombination aus altem, offenen Fachwerk und moderner Fußbodenheizung.
  2. Neubauwohnung in Niederbipp

    Die erste geplante Besichtigung fand am Freitag statt. Immobilienmakler, wie man sie aus Deutschland kennt, gibt es in dieser Form in der Schweiz nicht. Hier sind es lediglich die Verwalter einer ganzen Liegenschaft. Dies bedeutet zum einen, dass Besichtigungen nur zu den gewöhnlichen Bürozeiten stattfinden können. Zum anderen bedeutet dies aber auch, dass keine Maklergebühren anfallen.
    Die Wohnung war dem Alter entsprechend sehr modern. Auch hier gab es eine Fußbodenheizung. Zudem noch eine Terrasse. Die beiden Schlafzimmer waren aber ziemlich klein geraten, so dass ich mich fragte, wie man ein Bett und ein Schrank zusammen in einem Zimmer unterbringen kann. Der große Vorteil liegt hier bei der Nähe zum Arbeitsplatz. Diesen hätte ich nach ein paar Hundert Metern erreicht
  3. Maisonette-Wohnung in einem alten Bauernhaus in Niederbipp

    Alle folgenden Besichtigungen waren bei privaten Vermietern. So auch bei dieser Wohnung. An und für sich eine schöne Wohnung. Allerdings auch wieder mit einem sehr kleinen Schlafzimmer. Der Haken bei dieser Wohnung lag an einer Mietklausel die besagt, dass frühestens nach einem Jahr gekündigt werden kann. Dies passt nicht wirklich zu meinem Plan, dass die erste Wohnung nur für eine Übergangszeit ist.
  4. große Wohnung in einem historischen Haus in Aarwangen

    Diese Wohnung war richtig schick! Bei 100qm war auch jeder Raum ausreichend groß genug. Die Lage direkt an einer viel befahrenen Hauptstraße war aber suboptimal. Zudem machte der Vermieter einen übertrieben pingeligen Eindruck. Nach dem ich meine Füße vor der Wohnung abgeputzt hatte und diese betreten hatte, schaute der Vermieter genau auf meine ersten Schritte und meinte dazu: „Ich will nur sehen, wie viel Dreck Sie in die Wohnung tragen“ 😮
  5. möblierte Wohnung in Roggwil
    Letztendlich wird es dann doch diese möblierte Wohnung werden. Die Ausstattung war vielleicht altmodisch. Aber hier habe ich sowohl die nötige Zeit mich in Ruhe nach einer passenden Wohnung umzuschauen, als auch den Platz Besucher unterzubringen.

Gerade bei der letzten Besichtigung wurde mir wieder die freundliche und offene Art der Schweizer zugegen. Nachdem ich alle Räume inspiziert hatte wurde ich von den Vermietern noch auf eine Tasse Tee und Gebäck eingeladen. Wir haben uns lange und nett unterhalten. Im Laufe des Gesprächs wurde mir dann noch angeboten, dass ich für Bergläufe motiviert und trainiert werde.

Während dieser Tour hatte ich genug Zeit mir die Städte Bern und Luzern anzuschauen, welche jeweils gut 30 bis 40 Minuten Fahrzeit von Roggwil entfernt liegen. Fotos gibt es wie immer in der Galerie.

Auch kam ich bei dieser Tour in den „Genuss“ meiner ersten Polizeikontrolle. Beim Auffahren auf eine Autobahn wurde ich aus dem Verkehr gezogen. Wie in Deutschland auch was dies nur eine „allgemeine Verkehrskontrolle“. Merkwürdigerweise wurde nach mir mit einem Franzosen ein weiterer Ausländer rausgewunken.
Der Polizist begann die Kontrolle mit übelstem Schweizerdeutsch, so dass ich noch so eben verstehen konnte, dass er die Papiere haben wollte und den Grund für meinen Aufenthalt wissen wollte. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich aktuell zu Wohnungsbesichtigungen unterwegs bin, da ich ab März in der Schweiz arbeiten würde, erhellte sich erfreulicher- und überraschenderweise seine Miene und der Dialekt wurde deutlich „hochdeutscher“. Nachdem er das Auto kontrolliert hatte und meine Vignette ein wenig bemängelt hatte durfte ich dann auch meine Fahrt fortsetzen.

Was mir sonst noch aufgefallen ist:

  • in Aarwangen habe ich eine Arztpraxis gesehen, die sogar am Samstag Sprechzeiten angeboten hat. Ob das nun in der Schweiz so üblich ist, muss ich noch heraus finden
  • blaue Ortsschilder zeigen nicht den Weg zur Autobahn. Das machen die Grünen! 😉

    Wegweiser Hauptstraße

    Wegweiser Autobahn

  • ich bin immer wieder erstaunt über die schnelle Reaktions-Zeit auf eMail-Anfragen. Heute habe ich beim Zoll eine Frage zur Einfuhr von Umzugsgut gestellt. Innerhalb einer Stunde habe ich eine ausführliche Antwort erhalten!

#7: Erste Wohnungsbesichtigung

Obwohl viele davon abgeraten haben, sich eine Wohnung anzuschauen bei der eine Vermittlungsgebühr verlang wird, habe ich mich  dazu entschlossen. Denn wie schon bei der Jobsuche sind die Angebote ohne Vermittler sehr überschaubar  (in diesem Fall geht die Tendenz sogar gegen 0) und bei diesem Angebot passte der Zeitraum der Befristung genau zu meinem Plan.

Also machte ich mich Donnerstag Morgens auf die rund 600 km lange Strecke Richtung Birr. Den Weg bis Basel schaffe ich mittlerweile auch ohne Navi. Wir hatten verabredet, dass ich mich von unterwegs melde, wenn ich eine genaue Ankunftszeit kenne. Mein Anruf wurde jedoch nicht angenommen. Da machte ich mir dann doch schon Gedanken, ob der Weg über einen Vermittler doch der Richtige war. Nach wenigen Minuten kam dann aber der Rückruf und ich kündigte mich für halb 3 an.

Erfreulicher Weise war der Weg von der Autobahn zum einen recht kurz und zum anderen auch leicht zu finden. An der Wohnung angekommen, bei der Suche nach einem Parkplatz, traf ich direkt auf die Vermieterin.
Nach einem kurzen Smalltalk über Autofahrt und Wetter sind wir sofort in die Wohnung und dann ging alles mal wieder sehr schnell. Wir haben uns alle Räume angesehen, offene Fragen geklärt und glücklicherweise dann auch direkt den Mietvertrag unterschrieben. Sympathie und Vertrauen, bei solch einer Art der Vermietung eher essentiell,  war auf beiden Seiten schnell hergestellt.
Typisch Schweizerisch war dann auch die Kontrolle meiner Bonität. Im Vorfeld hatten wir vereinbart, dass ich meine SCHUFA-Auskunft (heißt in der Schweiz Betreibungsauszug) und den Arbeitsvertrag mitbringe. Bei meinem Arbeitsvertrag hat sich die Vermieterin aber lediglich die Stellenbezeichnung angesehen. Das Gehalt war ihr dann ein zu persönliche Angabe.

Das schöne an der Wohnung ist zum einen die Lage. Egal aus welchem Fenster man schaut, man guckt immer direkt ins Grüne. Entweder direkt auf eine Wiese oder Weide und wenn man in die Ferne blickt auf einen „Berg“.  Nur wenige Meter  von der Wohnung entfernt befindet sich ein hügeliger Wald, der viele Wandermöglichkeiten bietet. Zudem steht mir eine eigene Waschmaschine samt Trockner zu Verfügung. Dazu muss ich allerdings die Wohnung verlassen und durch den Pferdestall (falls man doch mal vergessen sollte, das man ländlich wohnt 😉 ) in den Keller, der auf Schweizerisch Estrich heißt.
Ein weitere Pluspunkt der Wohnung ist, dass die Vermieterin mir alle Gebrauchsgegenstände, wie Geschirr, Besteck, Bettwäsche, überlässt.

Der Ort, ich glaube hier darf man ruhig noch Dorf sagen, bietet auch alles was man benötigt. Metzger, Bäcker (oder wie ich gelernt habe Metzg, Beck), Supermarkt, Bank, Post und sogar eine Pizzeria mit Lieferservice.
Auf dem Weg zur Autobahn befindet sich dann noch ein etwas größeres Einkaufscenter.

Damit ist dann ein weitere wichtiger Punkt der To-Do-Liste abgehakt.

Wohnungseingang

Wohnungseingang

Weitere Fotos im Album.

#6: Startschuss zur Wohnungssuche

In meinem selbst aufgestellten Terminplan zur Auswanderung steht für den Oktober: Wohnungssuche.
Ich hatte bisher zwar schon zwischendurch immer mal wieder in die Immobilienportale geschaut um ein Gefühl für das Angebot und die Preise zu bekommen, aber konkret gesucht hatte ich nicht.

So habe ich jetzt Anfang der Woche wirklich gezielt nach möblierten Appartements/Wohnungen geschaut, die ab dem Januar zu vernieten waren. Dabei bin ich dann tatsächlich auf die Anzeige eines Maklers gestoßen, der eine Wohnung in Birr anbietet. Das Ideale an dieser Wohnung ist, dass sie genau in meinem angedachten Zeitraum zu vermieten ist.

Da man viel von schwarzen Schafen in der Immobilienbranche hört habe ich mich erstmal über den Makler informiert. Dabei habe ich viele Bewertungen gefunden, wo sich darüber aufgeregt wird, dass der Makler für seine (geringen) Dienste Geld bekommt. Darüber rege ich mich schon immer in Deutschland auf, dass ein Makler lediglich Besichtigungstermine vereinbart, dafür dann aber eine Provision von 2,38 Monatsmieten verlangt. In meinem aktuellen Fall veranschlagt der Makler lediglich eine Provision von 0,25 Monatsmieten. Aber da diese Praktik in Deutschland seit Mitte 2015 gesetzlich verboten ist habe ich mal in meinem Forum nach der gängigen Praxis in der Schweiz gefragt.
Und sie da: auch in der Schweiz hat der Mieter keine Provision zu zahlen.
Da sich die Quelle aber auf leerstehende Wohnungen bezieht, ich bei einem Untermietservice gar ein Provision von 1,25 Monatsmieten zahlen müsste und das Angebot an privaten Angeboten beschränkt ist habe ich trotz Allem den Makler kontaktiert.

Und dann ging alles wieder sehr schnell. Noch am gleichen Abend habe ich die Kontaktdaten der Hauptmieterin erhalten. Nachdem einige erste Fragen geklärt waren, steht nun der Besichtigungstermin für den 27. Oktober fest.

Nebenbei kam ich auf die Idee auch mal bei Airbnb zu prüfen, ob dort „Ferienwohnungen“ für einen längeren Zeitraum angeboten werden.
Und auch hier wurde ich fündig. Dort wird in Bremgarten eine Wohnung in einem 350 Jahre alten Haus mit einem schicken Mix aus modern und rustikal angeboten. Auch hier bekam ich schnell eine Antwort vom Vermieter. Der einzige Haken: dort schaut sich noch ein anderer Interessent die Wohnung an. Wenn dieser absagt, bin ich an der Reihe.
Zum Thema Provision: auch bei Airbnb wird eine Gebühr fällig, die etwa 40% einer Monatsmiete ausmacht.

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