Da mir nur noch gut 2 Wochen bis zum Arbeits-Antritt verbleiben und die Auswahl an möblierten Wohnungen sehr beschränkt ist, habe ich mich für eine Planänderung entschieden: Ich miete eine unmöblierte Wohnung und richte diese nach und nach ein.

Für das vergangene Wochenende habe ich dann vier Termine zu Wohnungsbesichtigungen arrangiert. Von den Wohnungen waren dann auch 3 unmöbliert.

Über meine Hotelcard konnte ich keine passenden Hotels finden, so dass ich eine Unterkunft über airbnb gebucht habe. Lustigerweise ist die Mieterin gerade dabei auszuziehen  und so wurde mir kurzer Hand diese Wohnung auch noch angeboten.

Nun zu den Wohnungsbesichtigungen:

  1. airbnb-Unterkunft in Balsthal
    Die Unterkunft war nett, mehr aber auch nicht. Erfreulich fand ich die Kombination aus altem, offenen Fachwerk und moderner Fußbodenheizung.
  2. Neubauwohnung in Niederbipp

    Die erste geplante Besichtigung fand am Freitag statt. Immobilienmakler, wie man sie aus Deutschland kennt, gibt es in dieser Form in der Schweiz nicht. Hier sind es lediglich die Verwalter einer ganzen Liegenschaft. Dies bedeutet zum einen, dass Besichtigungen nur zu den gewöhnlichen Bürozeiten stattfinden können. Zum anderen bedeutet dies aber auch, dass keine Maklergebühren anfallen.
    Die Wohnung war dem Alter entsprechend sehr modern. Auch hier gab es eine Fußbodenheizung. Zudem noch eine Terrasse. Die beiden Schlafzimmer waren aber ziemlich klein geraten, so dass ich mich fragte, wie man ein Bett und ein Schrank zusammen in einem Zimmer unterbringen kann. Der große Vorteil liegt hier bei der Nähe zum Arbeitsplatz. Diesen hätte ich nach ein paar Hundert Metern erreicht
  3. Maisonette-Wohnung in einem alten Bauernhaus in Niederbipp

    Alle folgenden Besichtigungen waren bei privaten Vermietern. So auch bei dieser Wohnung. An und für sich eine schöne Wohnung. Allerdings auch wieder mit einem sehr kleinen Schlafzimmer. Der Haken bei dieser Wohnung lag an einer Mietklausel die besagt, dass frühestens nach einem Jahr gekündigt werden kann. Dies passt nicht wirklich zu meinem Plan, dass die erste Wohnung nur für eine Übergangszeit ist.
  4. große Wohnung in einem historischen Haus in Aarwangen

    Diese Wohnung war richtig schick! Bei 100qm war auch jeder Raum ausreichend groß genug. Die Lage direkt an einer viel befahrenen Hauptstraße war aber suboptimal. Zudem machte der Vermieter einen übertrieben pingeligen Eindruck. Nach dem ich meine Füße vor der Wohnung abgeputzt hatte und diese betreten hatte, schaute der Vermieter genau auf meine ersten Schritte und meinte dazu: „Ich will nur sehen, wie viel Dreck Sie in die Wohnung tragen“ 😮
  5. möblierte Wohnung in Roggwil
    Letztendlich wird es dann doch diese möblierte Wohnung werden. Die Ausstattung war vielleicht altmodisch. Aber hier habe ich sowohl die nötige Zeit mich in Ruhe nach einer passenden Wohnung umzuschauen, als auch den Platz Besucher unterzubringen.

Gerade bei der letzten Besichtigung wurde mir wieder die freundliche und offene Art der Schweizer zugegen. Nachdem ich alle Räume inspiziert hatte wurde ich von den Vermietern noch auf eine Tasse Tee und Gebäck eingeladen. Wir haben uns lange und nett unterhalten. Im Laufe des Gesprächs wurde mir dann noch angeboten, dass ich für Bergläufe motiviert und trainiert werde.

Während dieser Tour hatte ich genug Zeit mir die Städte Bern und Luzern anzuschauen, welche jeweils gut 30 bis 40 Minuten Fahrzeit von Roggwil entfernt liegen. Fotos gibt es wie immer in der Galerie.

Auch kam ich bei dieser Tour in den „Genuss“ meiner ersten Polizeikontrolle. Beim Auffahren auf eine Autobahn wurde ich aus dem Verkehr gezogen. Wie in Deutschland auch was dies nur eine „allgemeine Verkehrskontrolle“. Merkwürdigerweise wurde nach mir mit einem Franzosen ein weiterer Ausländer rausgewunken.
Der Polizist begann die Kontrolle mit übelstem Schweizerdeutsch, so dass ich noch so eben verstehen konnte, dass er die Papiere haben wollte und den Grund für meinen Aufenthalt wissen wollte. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich aktuell zu Wohnungsbesichtigungen unterwegs bin, da ich ab März in der Schweiz arbeiten würde, erhellte sich erfreulicher- und überraschenderweise seine Miene und der Dialekt wurde deutlich „hochdeutscher“. Nachdem er das Auto kontrolliert hatte und meine Vignette ein wenig bemängelt hatte durfte ich dann auch meine Fahrt fortsetzen.

Was mir sonst noch aufgefallen ist:

  • in Aarwangen habe ich eine Arztpraxis gesehen, die sogar am Samstag Sprechzeiten angeboten hat. Ob das nun in der Schweiz so üblich ist, muss ich noch heraus finden
  • blaue Ortsschilder zeigen nicht den Weg zur Autobahn. Das machen die Grünen! 😉

    Wegweiser Hauptstraße

    Wegweiser Autobahn

  • ich bin immer wieder erstaunt über die schnelle Reaktions-Zeit auf eMail-Anfragen. Heute habe ich beim Zoll eine Frage zur Einfuhr von Umzugsgut gestellt. Innerhalb einer Stunde habe ich eine ausführliche Antwort erhalten!