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Der Blog zu meiner Auswanderung in die Schweiz

Schlagwort: Konto

#16: Erste Zweifel

Nachdem ich nach meiner Rückkehr aus Deutschland am Sonntag wieder ein Schreiben der Postfinance im Briefkasten hatten, wodurch sich erneut die Eröffnung meines Kontos verzögert, frage ich mich, ob mich die Schweiz überhaupt haben will.
Die Bank möchte (erneut) meine Steuernummer haben. Im Begleitschreiben steht allerdings, dass dies nur notwendig ist, wenn man eben nicht in der Schweiz wohnt. Bei der Kontoeröffnung hatte ich bereits die Anmelde-Bescheinigung der Gemeinde mit eingereicht. Es ist echt schwer in der Schweiz etwas ohne den Ausländerausweis zu bewerkstelligen.
Der Abschluss eines Handy-Vertrages scheiterte bereits schon am gleichen Problem.
Zudem kommt noch die schleppende Entwicklung bei meiner Krankenkasse. Nach 3 Wochen habe ich bisher nur eine Versicherungspolice und eine Rechnung für diesen und den kommenden Monat erhalten. Eine Versichertenkarte habe ich noch nicht erhalten.

Wenn ich das alles so betrachte, könnte man zu dem Schluss kommen, dass so etwas wie das Schicksal der Meinung ist, ich sollte nicht hier sein.

Zum Glück war am Sonntag aber auch ein Brief der Gemeinde im Briefkasten, mit der Eingangsbestätigung des Ausländerausweises. Im Tausch mit einem Passbild und 72 CHF konnte ich diesen dann am Montag endlich (Dieser Vorgang dauerte dann doch nur drei, anstatt angekündigter sechs Wochen) in Empfang nehmen.

Ich hoffe, dass sich die übrigen Sachen jetzt auch schnell klären. Dann kann ich das alles unter „Startschwierigkeiten“ verbuchen.

Zumal die anderen Gegebenheiten hier echt Klasse sind. Die Arbeitskollegen sind alle äußerst nett, entgegenkommend und sehr bemüht, mich zu integrieren. An der Landschaft kann ich mich immer noch sehr erfreuen und heute war ich mal wieder in Solothurn, was ich mir als dauerhafte Bleibe sehr gut vorstellen kann.

Zum Schluss dann noch vereinzelte Dinge, die mir wieder aufgefallen sind:

  • Die Computer-Tastatur unterscheidet sich von denen in Deutschland und bedarf noch einer gewissen Gewöhnung (keine Umlaute in Großschrift, kein „ß“, Sonderzeichen an anderer Stelle)
  • Fahrradfahrer, die über einen Zebrastreifen gehen, steigen vorher vom Fahrrad
  • wenn jemand niest, entschuldigt sich derjenige schon mal

Ich habe auch eine neue Foto-Gallerie erstellt, mit Fotos aus meinem Wohnort.

#15: Ein erstes Fazit nach zwei Wochen

Jetzt bin ich seit gut zwei Wochen in der Schweiz und kann ein erstes Fazit ziehen.

Auf der Arbeit bin ich naturgemäß noch nicht seht produktiv. Zur Zeit erhalte ich noch viele Informationen und Einblicke zu Arbeitsabläufen und -weisen. Meinen ersten Auftrag zu einer Programmänderung habe ich allerdings auch schon erhalten. Ich fühle mich von den Kollegen sehr gut aufgenommen. Auffällig ist, dass in Besprechungen jeder zunächst fragt, ob er Schwiitzerdütsch oder Hochdeutsch reden soll. Aber mit dem Schwiitzerdütsch komme ich, abgesehen von dem bärndütsche Dialekt, schon ganz gut klar.
Noch kurz ein paar Worte zur Kantine: Die Auswahl an Speisen ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Bisher hat mir alles gut geschmeckt, auch wenn ich von der Beschreibung nicht immer genau weiß, was es ist- 😉 Die Preise liegen erwartungsgemäß über dem was ich bisher aus Deutschland kannte (z.B. zahle ich für einen Tee, respektive ein Tasse heißes Wasser 2,50 CHF). Dafür ist die Qualität aber auch um einiges besser. Und der Blick von der Terrasse auf den Eiger ist eh unbezahlbar…

Nun noch ein paar Erfahrungen und Auffälligkeiten aus dem Alltag.
Es ist schwer ohne den Ausländerausweis etwas zu beantragen. Bei der Kontoeröffnung gingen schon einige Briefe hin und her um meinen Wohnsitz und Steueransässigkeit zu klären. Ebenso schwierig gestaltet sich zur Zeit die Findung einer Prepaid-Karte fürs Handy. Immerhin habe ich heute die Versicherungspolice meiner Krankenkasse erhalte. Was mich hier wundert ist, dass es keine Versicherungskarte zum Ausweisen gegenüber dem Arzt gibt.

Etwas ganz besonderes ist mir bei einem Spaziergang durch meinen Heimatort aufgefallen. Zwischenzeitlich bin ich über einen Weg gegangen, der auch als Hundewiese dient. Aber dort habe ich nicht einen Hundehaufen gesehen! Das ist etwas was ich selbst von normalen Bürgersteigen in meiner alten Heimat niemals behaupten könnte!

Hier noch zwei Bilder von meinem Rundgang:

Die Rot – sie bildet quasi die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Aargau

Bei der Säge

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