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Der Blog zu meiner Auswanderung in die Schweiz

Kategorie: Behörden Seite 1 von 2

#29: Dorfobe, Lorzentobel und Höllgrotte

Heute gibt es neben einem neuen Reisebericht mal wieder was zum Thema Auswanderung zu schreiben.

Am Freitag war ich von der Gemeindeverwaltung zum Dorfobe eingeladen. Dort werden Vereine und Personen, die im abgelaufenen Jahr was besonders erreicht haben geehrt. Und zusätzlich werde die neu Zugezogenen vorgestellt.

Treffpunkt war ein Parkplatz auf mittlere Höhe im Dorf. Schon dort habe ich gesehen, dass dieser Dorfobe bei der Bevölkerung wohl auf grosses Interese trifft.
Von dort ging es als Umzug hinter dem Musikchor her hinunter in die Sporthalle der Primärschule. Und wie es sich für die Schweiz gehört wurde für den Umzug kurzer Hand die Hauptstrasse gesperrt.

In der Sporthalle waren dann Schätzungsweise 250 Leute versammelt, was knapp 1/3 der Bevölkerung darstellt.
Und wer nun glaubt, dass dies eine eingeschworene Gemeinschaft ist, die lieber unter sich bleibt, sieht sich getäuscht. Schon beim Treffpunkt wurde ich von einer älteren Frau angesprochen, ob ein ein Neuling sei. Und diese Frage wurde mir im weiteren Verlauf des Abends noch öfters gestellt. Und meine Antwort wurde dabei alles andere als abschätzig aufgenommen. Man fühlte sich in der Gemeinde wirklich gut und gerne aufgenommen.

Der erste Punkt dieser Veranstaltung war dann auch direkt die Vorstellung der Neulinge. Von den über 60 Hinzugezogenen waren aber lediglich knapp 10 Leute anwesend. Dafür mussten wir aber alle nach vorne für die Übergabe eines Geschenkes und eines gemeinsamen Gruppenfotos.

Im weiteren Verlauf des Abends wurde dann die Bürger geehrt, die was besonderes geleistet haben. So wurde z.B. der hiesige Schützenverein in diesem Jahr Schweizer Meister, einige Lehrlinge aus handwerklichen Berufen haben in Abu Dhabi die Weltmeisterschaft der Beruf gewonnen, ein Zehnkämpfer gehört zu den 3 besten Schweizern und eine Schülerin hat im Kanton den besten Matura-Abschluss erzielt.

Am Ende der Veranstaltung gab es dann noch einen köstlichen Apéro. Und obwohl ich dort, abgesehen von einem Nachbarn, nicht wirklich jemanden kannte, stand ich nicht lange alleine herum. Ständig haben sich mir Leute vorgestellt und man musste jedes mal Anstossen.
Als ich mich dann noch mit meinem Nachbarn unterhalten habe, hat sich mir der Gemeindepräsident noch als „Didi“ vorgestellt.

Was soll ich sagen? Ich fühle mich hier einfach wohl.

 

Heute ging es dann noch auf eine schön Rundwanderung nach Baar zum Lorzentobel und der Hölgrotte. Den ausführlichen Bericht gibt es dort im Fotoalbum.

#25: Endspurt im Abschluss der Auswanderung

Lange habe ich keinen neuen Beitrag mehr erfasst, weil ich sehr im Stress war. Das hat familiäre , wie auch „behördlich-organisatorische“ Gründe. Jetzt versuche ich, die Geschehnisse der letzten Zeit sortiert nieder zu schreiben.

I. Beantragung Tausch deutscher Führerschein in den schweizer Führerausweis

Innerhalb eines Jahres nach der Einwanderung muss man ja nicht nur sein Auto umgemeldet haben, sondern auch seinen Führerschein eingetauscht haben. Denn man darf in der Schweiz (wahrscheinlich ist das in Deutschland nicht anders) kein in der Schweiz zugelassenes Auto mit einem ausländischen Führerschein fahren.
Für den Umtausch des Führerscheins benötigt man lediglich einen Sehtest. Klingt für die meisten banal, stellt mich aber schon vor eine Herausforderung. (Wegen einer Schwachsichtigkeit auf einem Auge benötigte ich in Deutschland für den Führerschein gar ein ärztliches Gutachten)
Der Termin bei einem Optiker war schnell gemacht und vor de Test habe ich die Dame direkt auf mein Problem hingewiesen. Sie hat dann auch schnell festgestellt, dass bei dem einen Auge Hopfen und Malz verloren ist (Ich: Die Öffnung zeigt nach rechts; Sie: Und bei den andere Symbolen?; Ich: Da sind noch mehr Symbole?) Nach einem Blick auf eine Tabelle meinte Sie aber, dass alles im grünen Bereich ist. Das war schon mal eine riesen Erleichterung für mich.
Dann bin ich mit sämtlichen Unterlagen zum Strassenverkehrsamt gefahren um sowohl einen Termin zur MFK (TÜV) zu bekommen (dazu später mehr) als auch den Führerschein umzutauschen. Zuvor hatte ich noch eine Kopie von meinem Führerschein gemacht, damit ich bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland (kann ich mir aber gar nicht vorstellen) die alten Klassen wieder erhalte.
Auf dem Amt musste ich dann noch ein Formular ausfüllen, dass ich bewusst auf die LKW-Klasse verzichte. Dafür hätte ich ein ärztliches Gutachten benötigt und hätte alle paar Jahre zur Nachkontrolle gemusst.
Mein Führerschein wurde dann einbehalten und den neuen sollte ich in etwa 2 Wochen zugestellt bekommen. Auf meine Frage, was denn wäre, wenn ich in eine Kontrolle komme, würde gesagt, dass ich nur sagen bräuchte, dass dieser gerade Umgetauscht wird. Ganz nett und bezeichnend für die Unkompliziertheit in diesem Land war dann noch der Nachsatz: das geht bei uns in der Schweiz!
Nach etwa einer Woche bekam ich dann Post vom Strassenverkehrsamt. Allerdings nicht mit meinem Führerausweis sondern mit der Aufforderung, ein Zeugnis von einem Augenarzt vorzuweisen. Also doch…
Aber auch diese Untersuchung verlief problemlos und so erhielt ich knapp 2 Wochen später dann endlich meinen Führerausweis ohne Beschränkungen.

II. Einlösen deutsches Auto

Bei meinem Besuch auf dem Strassenverkehrsamt war ich leider zu früh, so dass die Stelle, die meine Unterlagen prüfen sollte, noch geschlossen hatte. Aber auch hier erwies sich die Schweiz als unkompliziert. Meine Unterlagen wurden an einem anderen Schalter angenommen und von dort dann weiter geleitet.
Bereits am Nachmittag erhielt ich einen Rückruf zur Terminvereinbarung. Dort wurde mir noch mitgeteilt, dass ich für meine Felgen noch eine ABE benötigen würde. Und damit fing dann quasi eine unvergleichliche Odyssee an.

Eine ABE war leider nicht auffindbar. In der Garage (so nennt man hier die Werkstatt) hat man mir vorgeschlagen, zur Prüfung dann die Felgen mit Sommerbereifung aufzuziehen. Da mir das bei den aktuellen Strassenverhältnissen aber zu unsicher war, habe ich kurzerhand neue Felgen bestellt. Dass der Liefertermin nach meinem Garagen-Termin zur Vorbereitung auf die MFK lag war dabei noch das geringste Problem…

Der Termin in der Garage war am Mittwoch vor 2 Wochen. An dem Wochenende davor war ich noch wieder in Deutschland um auch meine beiden Katzen in die Schweiz zu holen (dazu später auch mehr). Auf der Rückfahrt in die Schweiz am Montag bemerkte ich dann wieder „beunruhigende“ Geräusche an meinem Wagen. Trotz aller Bedenken entschied ich mich bis nach Hause zu fahren und den Dienstag im Homeoffice zu verbringen.
So habe ich dann am Mittwoch mein Auto in die Garage gefahren und war froh, dort überhaupt angekommen zu sein. Schnell stellte sich heraus, dass erneut eine teure Reparatur von Nöten war. Diesmal war es die vordere Radnarbe. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits seit März über 4000 CHF in Reparaturen gesteckt. Diese erneute Schaden hätte wieder über 1000 CHF gekostet zuzüglich 1300 CHF um das Auto fit für die MFK zu machen. Und da nicht einmal sicher war, dass ich die MFK bei der ersten Vorführung bestehen würde, war schnell der Entschluss gefasst, dass Auto zu verkaufen.

Bereits am nächsten Tag konnte mir der Händler einen Käufer für mein Auto präsentieren und so war ich die letzten beiden Wochen damit beschäftigt mich nach einem neuen Wagen umzuschauen.
Für den Verkauf des Wagen musste ich noch zu einem deutschen Strassenverkehrsamt, um dort mein Auto ausser Betrieb zu setzen. Die Abmeldebestätigung der Versicherung samt Gutschrift habe ich schon erhalten. Auf die anteilige Erstattung der  KFZ-Steuer warte ich noch. Genauso warte ich noch auf eine Rückmeldung der Strassenverkehrsamt Luzern, wie sich das nun mit der Einlösung des Autos verhält.

Ein neues Auto ist seit vergangenem Freitag nun auch gefunden, so dass mir der Stress einer MFK-Prüfung zumindest bei dem Auto erspart bleibt. Lediglich mein Wohnwagen muss noch zur MFK.

III. Einfuhr meiner Katzen

Wie oben schon geschrieben. Sind meine Katzen nun auch in die Schweiz „eingewandert“. Dieses Vorgang ist schnell beschrieben.

An der Grenze habe ich dem Zöllner gesagt, dass ich 2 Katzen einführen muss/möchte. Dieser wies mir dann einen Parkplatz zu, um alles weitere zu klären. Nach dem geklärt war, dass es sich bei den Katzen um Umzugsgut handelt und ich leider keinen Kaufvertrag vorweisen konnte, verschwand der Zöllner für einige Zeit in sein Büro. Nach ca. 15 Minuten kam er dann mit seinen Ergebnissen zurück: Der Wert der Katzen würde sich schwer taxieren lassen, da es zum einem Mischlinge waren und zum anderen sie schon ein gewisses Alter haben.
Der Wert der Katzen wurde dann auch 400 CHF pro Tier festgelegt und ich musste demnach 64 CHF Einfuhrzoll bezahlen.

 

Ich hoffe, ich habe nun alle Themen der Vergangenheit erfasst.

Diesmal ist der Beitrag etwas länger geworden. Ich hoffe ich konnte euch trotzdem unterhalten und gute Informationen weitergeben.
Genauso hoffe ich, dass in mein Leben wieder etwas mehr Ruhe einkehrt und ich demnächst wieder häufiger und zeitnaher bloggen kann.

#23: Der große Umzug

Mein grosser Umzug liegt jetzt auch schon drei Wochen zurück. Zeit also, darüber einen Beitrag zu schreiben. Das war der grosse Umzug, weil ich den halben Hausstand aus Deutschland per Anhänger in die Schweiz geholt habe.

Bereits in der Woche vor dem grossen Umzug bin ich mit meinen paar Sachen aus der möblierten Wohnung in die neue Wohnung umgezogen. Als erste Aktion in der neuen Wohnung hatte ich mir eine gründliche Reinigung vorgenommen. Ich war dann aber recht erstaunt, als ich festgestellt habe, dass die Wohnung vom Vormieter picobello hinterlassen wurde. Ich habe nicht ein Fitzel Dreck gefunden. Selbst in den hintersten Ecken von Schränken und gar der Finger auf den Türen brachte keinen Schmutz zu Tage. In der Schweiz ist es wohl üblich, für die Endreinigung eine Firma zu beauftragen. Dies erklärt im Nachhinein auch die erstaunten Blicke meiner ehemaligen Vermieter, als ich erklärte, ich würde die Wohnung selber sauber machen.

Eigentlich lief der grosse Umzug dann auch ohne grössere Probleme ab. Ich hatte wieder das bereits abgestempelte Formular von Ende Februar dabei und eine neue Liste mit Umzugsgut. Dafür interessiert sich die deutsche Seite des Zoll eh nicht. Aber auch auf der schweizer Seite wurde da auch nur ein flüchtiger Blick drauf geworfen, kopiert, gestempelt. Die Abwicklung hat alles in allem gerade mal 15 Minuten gedauert.

Das eigentlich Problem lag nur an meinem Auto. Vor der Abfertigung am Zoll in Rheinfelden musste ich eine Stunde vor einer roten Ampel war. Als dann endlich grün wurde, sprang das Auto nicht mehr an. Eine Stunde „umweltfreundlich“ Radio hören hat der Batterie nicht so gut getan. Aber auch hier lief die Abwicklung recht zügig. Ein Anruf bei meiner Versicherung, dann ein Rückruf des Pannendienstes und nach gerade mal einer halben Stunde klemmte bereits eine Starterbatterie an meiner ausgelaugten Batterie.
Um nach der Zoll-Abfertigung nicht mit dem gleichen Problem liegen zu bleiben, habe ich dann noch zwei Ehrenrunden zwischen den Autobahnanschlüssen Rheinfelden-Süd und Rheinfelden-Mitte gedreht.

Am Tag nach dem Umzug hatte ich noch einen Tag Ferien, an dem ich direkt die Ummeldungen bei den Gemeinden erledigt habe. Auch hier lief alles wie gewohnt reibungslos. Auf der Gemeinde in Grossdietwil wurde mein B-Ausweis einbehalten. Dieser wurde Zwecks Änderung nach Bern geschickt.

Die nächsten Schritte wären dann die Ummeldung des Autos und das Eintauschen des Führerausweises.
Für die Ummeldung des Autos wurde mir jetzt schon von mehreren Stellen geraten, mein Auto in Deutschland zu verkaufen und ein neues in der Schweiz zu kaufen. Dies würde mir einigen Stress bei der MFK (der schweizer TÜV) ersparen. Da ich in den letzten Monaten allerdings schon mehrere Tausend Franken für Reparaturen ausgegeben habe, werde ich es auf einen Versuch ankommen lassen. Wenn ich meinen Termin bei der MFK habe, werde ich einen Nissan-Händler mit der Vorführung beauftragen. Kostet dann zwar etwas mehr, aber die Chancen auf ein beanstandungsfreie Überführung sind dann wohl grösser.
Und beim Eintausch des Führerausweises könnte es auch noch zu Problemen kommen. Denn dafür muss ich einen Sehtest vorweisen. Dies könnte auf Grund meiner einseitigen Schwachsichtigkeit dann noch zu Problemen führen.

Der Umzug ist allerdings auch noch nicht ganz abgeschlossen. Im Dezember werden noch meine 2 Katzen folgen. Da aber erst kürzlich die erforderlichen Impfungen durchgeführt wurden, sehe ich da keine Probleme.

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