GreatEMU

Der Blog zu meiner Auswanderung in die Schweiz

Kategorie: Wohnung Seite 1 von 2

#23: Der große Umzug

Mein grosser Umzug liegt jetzt auch schon drei Wochen zurück. Zeit also, darüber einen Beitrag zu schreiben. Das war der grosse Umzug, weil ich den halben Hausstand aus Deutschland per Anhänger in die Schweiz geholt habe.

Bereits in der Woche vor dem grossen Umzug bin ich mit meinen paar Sachen aus der möblierten Wohnung in die neue Wohnung umgezogen. Als erste Aktion in der neuen Wohnung hatte ich mir eine gründliche Reinigung vorgenommen. Ich war dann aber recht erstaunt, als ich festgestellt habe, dass die Wohnung vom Vormieter picobello hinterlassen wurde. Ich habe nicht ein Fitzel Dreck gefunden. Selbst in den hintersten Ecken von Schränken und gar der Finger auf den Türen brachte keinen Schmutz zu Tage. In der Schweiz ist es wohl üblich, für die Endreinigung eine Firma zu beauftragen. Dies erklärt im Nachhinein auch die erstaunten Blicke meiner ehemaligen Vermieter, als ich erklärte, ich würde die Wohnung selber sauber machen.

Eigentlich lief der grosse Umzug dann auch ohne grössere Probleme ab. Ich hatte wieder das bereits abgestempelte Formular von Ende Februar dabei und eine neue Liste mit Umzugsgut. Dafür interessiert sich die deutsche Seite des Zoll eh nicht. Aber auch auf der schweizer Seite wurde da auch nur ein flüchtiger Blick drauf geworfen, kopiert, gestempelt. Die Abwicklung hat alles in allem gerade mal 15 Minuten gedauert.

Das eigentlich Problem lag nur an meinem Auto. Vor der Abfertigung am Zoll in Rheinfelden musste ich eine Stunde vor einer roten Ampel war. Als dann endlich grün wurde, sprang das Auto nicht mehr an. Eine Stunde „umweltfreundlich“ Radio hören hat der Batterie nicht so gut getan. Aber auch hier lief die Abwicklung recht zügig. Ein Anruf bei meiner Versicherung, dann ein Rückruf des Pannendienstes und nach gerade mal einer halben Stunde klemmte bereits eine Starterbatterie an meiner ausgelaugten Batterie.
Um nach der Zoll-Abfertigung nicht mit dem gleichen Problem liegen zu bleiben, habe ich dann noch zwei Ehrenrunden zwischen den Autobahnanschlüssen Rheinfelden-Süd und Rheinfelden-Mitte gedreht.

Am Tag nach dem Umzug hatte ich noch einen Tag Ferien, an dem ich direkt die Ummeldungen bei den Gemeinden erledigt habe. Auch hier lief alles wie gewohnt reibungslos. Auf der Gemeinde in Grossdietwil wurde mein B-Ausweis einbehalten. Dieser wurde Zwecks Änderung nach Bern geschickt.

Die nächsten Schritte wären dann die Ummeldung des Autos und das Eintauschen des Führerausweises.
Für die Ummeldung des Autos wurde mir jetzt schon von mehreren Stellen geraten, mein Auto in Deutschland zu verkaufen und ein neues in der Schweiz zu kaufen. Dies würde mir einigen Stress bei der MFK (der schweizer TÜV) ersparen. Da ich in den letzten Monaten allerdings schon mehrere Tausend Franken für Reparaturen ausgegeben habe, werde ich es auf einen Versuch ankommen lassen. Wenn ich meinen Termin bei der MFK habe, werde ich einen Nissan-Händler mit der Vorführung beauftragen. Kostet dann zwar etwas mehr, aber die Chancen auf ein beanstandungsfreie Überführung sind dann wohl grösser.
Und beim Eintausch des Führerausweises könnte es auch noch zu Problemen kommen. Denn dafür muss ich einen Sehtest vorweisen. Dies könnte auf Grund meiner einseitigen Schwachsichtigkeit dann noch zu Problemen führen.

Der Umzug ist allerdings auch noch nicht ganz abgeschlossen. Im Dezember werden noch meine 2 Katzen folgen. Da aber erst kürzlich die erforderlichen Impfungen durchgeführt wurden, sehe ich da keine Probleme.

#20: Alltag und Wohnungssuche

Da es zur Zeit nicht viel Neues zu berichten gibt, gibt es heute nur eine kleine Bildergalerie von meinem Ausflug zum Thunersee.

Ich hätte aber noch ein paar neue Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe und mitteilen möchte:

  • wegen eines defekten Autos musste ich eine zeit lang mit der Bahn zur Arbeit fahren. Dabei habe ich gelernt, dass es im Nahverkehr Haltestellen gibt, an denen nur auf Verlangen gehalten wird. So gibt es im Zug und am Bahnsteig einen entsprechenden Halte-Knopf.
  • da mein Auto innert 4 Wochen dreimal in die Werkstatt musste, kann ich auch noch von dem riesigen Vertrauen der Menschen hier untereinander berichten. Als ich das Auto nach der dritten Reparatur abgeholt habe und bezahlen wollte, wurde ich nur fragend angeguckt. Ich hätte ja schon beim letzten mal bar bezahlt, so dass ich nun eine Rechnung bekommen würde.
  • In der Regionalbahn (so gross, wie eine Straßenbahn in Deutschland, aber ausgestattet und schnell wie eine S-Bahn) fragen neu zugestiegene Passagiere ob der Platz frei ist, bevor sie sich hinsetzen. Zudem sind selbst diese Züge klimatisiert.
  • Das Bemerkenswerteste aber, was mir in den letzten Wochen aufgefallen ist, ist die Wertschätzung und Dankbarkeit, die man auf der Arbeit erfährt. So viel Lob oder nur ein einfaches „Danke“ habe ich in Deutschland in den letzten 10 Jahren nicht bekommen.
    Und für ein großes Projekt was umgesetzt wurde, an dem ich nur einen kleinen Anteil hatte, gibt es jetzt einen halben Tag Extra-Ferien, der mit einem Team-Event begangen wird.

Im übrigen ist meine Wohnungssuche auch beendet. In Grossdietwil habe ich genau die Wohnung gefunden, die ich gesucht habe.

…mit großer Terrasse


…und tollem Ausblick

In diesem Zusammenhang gibt es noch ein Unterschied zu Deutschland, der mir aufgefallen ist:
Wenn man eine Wohnung besichtigen möchte, bekommt man nicht einen Termin vorgelegt, sondern soll seinerseits Terminvorschläge machen.

#19: Bestandene Probezeit

Bereits letzte Woche wurde in einer Besprechung mit meinem Vorgesetzten und meinen beiden Göttis der Verlauf meiner Probezeit besprochen. Da es keine Einwände gab und allesamt zufrieden waren, kann die Probezeit somit als bestanden angesehen werden.

Damit beginnt also der nächste Schritt meiner Auswanderung.
Aktuell bin ich auf der Suche nach einer neuen Wohnung, die ich dann nach meinem Geschmack einrichten kann. Im Kollegenkreis haben wir dabei festgestellt, dass nicht nur die Wohnung einem gefallen sollte, sondern auch der Steuerfuss der Gemeinde berücksichtigt werden sollte. Dies kann im günstigsten Fall über 10.000 CHF Ersparnis im Jahr ausmachen. Wenn ich dort also fündig geworden bin, wird als nächstes das Ummelden des Autos und das Eintauschen des Führerscheins anstehen.

Es gibt auch eine neue Fotogalerie. Am Sonntag bin ich mit der SBB ins Tessin, nach Locarno gefahren, dem tiefstgelegenen und wärmsten Ort der Schweiz. Hier war es wieder erstaunlich, dass man das Gefühl hatte, ob der ganzen Palmen, Pinien- und Olivenbäume, irgendwo tief im Süden am Mittelmeer zu sein. Aber es war halt immer noch die Schweiz!
Für die Fahrt habe ich mir auf der Gemeinde ein sog. Gemeinde-Ticket geholt. Dies ist eine Tageskarte für sämtliche Züge, Nahverkehrslinien und sogar Bergbahnen und Schiffverbindungen in der gesamten Schweiz. Das Ticket hat mich 42 CHF gekostet. Der reguläre Preis für die Fahrt wäre 150 CHF gewesen. Also eine enorme Ersparnis. Und das besondere ist: Dieses Ticket bietet quasi jede Gemeinde an, solange der Vorrat reicht und bis zu 4x pro Monat und Einwohner.

Und da wir gerade bei den schweizer Spezialitäten sind, hier wieder die Punkte, die mir besonders aufgefallen sind:

  • Fernzüge werden während des Aufenthalts im Bahnhof gereinigt
  • ebay-Kleinanzeigen werden hier live auf der Straße abgewickelt. Soll heißen: Wenn jemand was zu verkaufen hat, wird es mit einem Zettel dran vor die Tür gestellt
  • Die Mitarbeiter benutzen „Mail an alle“ (auf Abteilung beschränkt) um sich mal den Frust von der Seele zu schreiben aber auch um sich gegenseitig zu motivieren
  • im Supermarkt habe ich noch keine Zaziki entdeckt und trotz einer riesigen Auswahl an äußerst leckerem Käse vermisse ich einfachen Frischkäse

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén